Weidewirtschaft mit Mutterkühen leistet einen unverzichtbaren Beitrag zu Arterhalt und Artenvielfalt:
Für zahlreiche Pflanzen- & Tierarten, wie Wildkräuter, Insekten, Kleinstlebewesen, Vögel, Reptilien und Nagetiere, sind Viehweiden ein idealer Lebensraum. Das Weidevieh - in angepasster Zahl
- ist kein Störfaktor, sondern Teil einer Lebens- und Nutzgemeinschaft!
Dort, wo Mutterkühe grasen und deren Kuhfladen sind,
Die Bewegung im Freien dient auch der Gesundheit der Tiere - Antibiotikaeinsatz wird durch die Kombination des Mutterkuhhaltungsprinzips und der extensiven Weidehaltung zum Ausnahmephänomen. Ein wünschenswerter und natürlicher Kreislauf!

Die Charolais - Rinder werden
schon auf unserem Betrieb geboren. Sie leben zur kalten Jahreszeit in großzügigen, mit Stroh eingestreuten Außenklima-Laufstallungen (können jederzeit raus und
rein).
Die Kälbchen haben dort im Stall einen "Kälberschlupf", in den sie sich beliebig zurückziehen können, wenn sie einmal Ruhe vor den Erwachsenen
brauchen.
Tiere auf unserem Hof fressen Gräser, Kräuter, Heu, Grassilage, Getreide und Mais - alles aus eigener Ernte! Wir wissen also ganz genau was "drinnen" ist und können das Futter jederzeit passgenau zusammenstellen.
Sind die Tiere auf den Wiesen ernähren sie sich von den darauf wachsenden Kräutern und Gräsern. Für den Winter mähen wir von Frühjahr bis Sommer einige Wiesen uns silieren das Gras (Das Prinzip ähnelt der Sauerkrautherstellung). Dank dem dadurch entstehenden höheren Eiweißgehalt in der Silage sind wir nicht auf Eiweißfuttermittel, wie Soja, aus der Ferne angewiesen und reduzieren so unseren Co² - Fußabdruck und den unserer Kühe erheblich.
Beweidetes Grasland gehört zu den fruchtbarsten Böden weltweit:
Fraß, natürlicher Dung und Tritt regen das Graswachstum an, das beim Wachsen Kohlenstoff aus der Luft bindet und so langfristig im Boden lagert. So entsteht Humus.
Exakt darin liegt die große Bereicherung der Weidetierhaltung für unser Klima: Erhalten wir die Symbiose aus Weidetier und Grasland, tragen wir auch zum stetigen Abbau von CO2 aus der Luft bei und fördern das große Potential des "Graslandes als Kohlenstoffsenke"! Verbuschung hingegen bringt dem Klima gar nichts - es muss schon Grasland sein.
Ein gesunder Boden kann mehr Methan zersetzen, als die darauf weidenden Tiere ausstoßen. Damit wird die verunglimpfte "Klima-Killer-Kuh" der entscheidende Teil der Lösung in der Treibhausgasproblematik.
Dieser aufgeschichtete Steinhaufen bietet Unterschlupf für viele Tierarten und ebenso Pflanzen, die mit wenig Nährstoffen auskommen.
Dazu gehören etwa Moose, Flechten, Mauerpfeffer, Färberkamille. Für Wildbienen, nützlichen Grabwespen und vielen Spinnenarten sind Steinhaufen, die von der Sonne beschienen werden, sehr
willkommen. Auch Eidechsen, schneckenfressenden Kröten, Spitzmäusen, Asseln und Laufkäfern nutzen die Hohlräume des Steinhaufens als Unterschlupf oder wärmen sich an ihrer Oberfläche
auf.

Weil diese Rechnung so nicht ganz aufgeht! Nicht jedes Getreide hat immer die Qualität zum menschlichen Verzehr. Das kann viele Gründe haben (Bodenqualität, Wetterabhängigkeit usw.). Wohin also mit dem Korn, das dem Qualitätsanspruch nicht genügt?
Dann doch besser als Futtergetreide und dazu noch die ganze Pflanze - auch den Stängel -nutzen als wegschmeißen. Dazu haben wir gelernt, dass Grünland unheimlich wichtig für unser Klima ist - dient es doch als Kohlenstoffsenke. Dieses Grünland muss gepflegt werden und das können nun mal Tiere am allerbesten. Verbuschung ist keine Option, weil sie klimaneutral ist. Auch für Vögel und andere Tierarten sind Büsche und Hecken nur dann Lebensraum, wenn sie nicht zu dicht werden. Auch diese bedürfen also der Pflege, um Nutzen zu bringen.
Gerade hier in Nordhessen haben wir viele Hanglagen, an denen die Technik nicht arbeiten kann, weil es einfach zu steil und teilweise zu schmal ist. Diese Böden hätten auch - selbst wenn sie kein Dauergrünland wären - nicht die Qualität für den Ackerbau. Also ist das Beweiden mit Tieren am effizientesten - quasi eine win-win-Situation für Tier und Natur, denn auch die Tiere genießen den Freilauf, die Unbeschwertheit und die Nahrung auf der Weide. Jetzt könnte man wieder mit den Vorwurf kommen "Die Kühe stoßen aber doch Methan aus": Ja, tun sie. Aber halten wir sie in landschaftsangepasster Zahl und ernähren sie entsprechend, kann der Boden, den sie pflegen mehr speichern als die Kühe ausstoßen. Somit entkräftet sich dieses Argument, wenn man die Verhältnismäßigkeit und das "große Ziel" des Erhalts unserer Erde im Auge behält. Um diesen nachhaltigen Kreislauf zu schließen, dient das durch eben diese Haltungsform ausgezeichnete Fleisch der Tiere als Nahrung. Das Charolais-Fleisch ist kalorienarm und mineralstoffreich. Wenn wir etwa 2x pro Woche Fleisch in unsere Ernährung aufnehmen, leisten wir uns und der Natur einen Beitrag zur nachhaltigen Kreislaufwirtschaft.
Die mutterkuhgebundene Kälberaufzucht praktizieren nur einige wenige Höfe. Eine spezielle Kennzeichnung, Förderungen oder besondere Vermarktungsmöglichkeiten für diese natürliche, artgerechte Haltung gibt es in Hessen bislang nicht! Deshalb vermarkten diese Bauernhöfe ihre Produkte - also auch wir unser Fleisch - oft über eigene Hofläden. Damit sich ein entsprechender Markt entwickeln kann und diese Haltung attraktiver wird, muss die Nachfrage der Verbraucherinnen und Verbraucher steigen, die diesen Mehraufwand zu schätzen wissen.